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Veröffentlichung online am 24.03.2020 um 18:33:19 Uhr

So war das mit dem Glockenspiel

Von Joscha Röhrkasse

Alfeld. Manchmal wird das, was immer da und völlig gewöhnlich ist, plötzlich Gesprächsthema. So erging es jüngst dem Alfelder Glockenspiel: In einer Alfelder Facebook-Gruppe rätselten Nutzer, welche Geschichte hinter dem Glockenspiel über dem Bürgeramt-Eingang am Markt steckt, wer es gespendet hat und was das Standesamt damit zu tun hat. Es hat jedenfalls mit der AZ zu tun – darum bringen wir einmal Licht in die Sache.

Die 16 Bronzeglocken läuten an jener Hausecke seit 1998 – täglich einmal um 11.55 Uhr und einmal um 17.50 Uhr.

Der Glockenspender war Ewald Dobler, AZ-Verleger und auch Inhaber des M&H Schaper Verlags. 1998 wurde Schaper 100 Jahre alt. Das Firmenjubiläum war der Anlass der Spende.

„Das war so“, erinnert sich Dobler heute. „Weil uns die Stadt bei der Suche nach Räumlichkeiten für den M&H Schaper-Verlag, ursprünglich angesiedelt in Hannover, sehr entgegenkam, wollten wir ihr aus Dank ein Geschenk machen. Alfeld hatte zuvor eine schöne Innenstadt mit Fußgängerzone bekommen und wir, meine Familie und ich, fragten uns, was da noch fehlte.“ Überall, so Dobler, sei es nun Einbeck oder Hildesheim, habe es schon so ein Glockenspiel gegeben. Nur eben in Alfeld nicht. Der Stadt gefiel die Idee.

Am 12. September 1998 um 11 Uhr erlang das Glockenspiel zum ersten Mal und spielte zur Einweihung gleich neun Melodien hintereinander. Mit dabei waren der damalige Stadtdirektor Christof Toetzke, Bürgermeister Jürgen Lanclée und eine üppige Schar Neugierige.

Die 16 Glocken im Schellenbaum sind ein Fabrikat der Firma Korfhage aus Melle und werden über einen Computer im Inneren des Gebäudes gesteuert. Auch heute noch sei die westfälische Firma für die Instandhaltung zuständig, bekräftigt Stadtsprecher und Kulturamtschef Hans-Günther Scharf. „Wenn die Lieder nicht mehr ganz sauber rüberkommen, dann wird gestimmt“, so Scharf. Inzwischen ist die Anzahl der Melodien von ursprünglich 22 auf 24 geklettert. Hinzugekommen seien die Lieder „Traulich geführt“ und das „Alfeld-Lied“. Aus „nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen“ sei das Stück „Menuett G-Dur“ nicht mehr im Repertoire.

Wer sich im Standesamt Alfeld das Ja-Wort gibt, kann für 15 Euro für sich läuten lassen. Standesbeamtin Andrea Beyes nimmt den Wunsch entgegen. Gespielt wird „Traulich geführt“. Das, sagt Scharf, „ist ganz sicher das beliebteste Lied von allen“.

Liedaufstellung für das Glockenspiel

▶ Montag 11.55 Uhr Ich bin nur ein armer Wandergesell 17.50 Uhr Der Mond ist aufgegangen
▶ Dienstag 11.55 Uhr Vogelfänger 17.50 Uhr Papagenos Glockenspiel
▶ Mittwoch 11.55 Uhr: Sah ein Knab ein Röslein steh’n 17.50 Uhr: Üb immer Treu  und Redlichkeit
▶ Donnerstag 11.55 Uhr: Trompetenmusik 17.50 Uhr: Gaudeamus igitur

▶ Freitag 11.55 Uhr: Larghetto 17.50 Uhr: Freude, schöner Götterfunke
▶ Sonnabend  11.55 Uhr: Kleine Tänze 17.50 Uhr: Kleine Nachtmusik
▶ Sonntag 11.55 Uhr: Nun danket alle Gott 17.50 Uhr: Flötenuhrstück

Veröffentlichung in der Alfelder Zeitung vom 25.03.2020

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Veröffentlichung online am 24.03.2020 um 18:33:19 Uhr

So war das mit dem Glockenspiel

Von Joscha Röhrkasse

Alfeld. Manchmal wird das, was immer da und völlig gewöhnlich ist, plötzlich Gesprächsthema. So erging es jüngst dem Alfelder Glockenspiel: In einer Alfelder Facebook-Gruppe rätselten Nutzer, welche Geschichte hinter dem Glockenspiel über dem Bürgeramt-Eingang am Markt steckt, wer es gespendet hat und was das Standesamt damit zu tun hat. Es hat jedenfalls mit der AZ zu tun – darum bringen wir einmal Licht in die Sache.

Die 16 Bronzeglocken läuten an jener Hausecke seit 1998 – täglich einmal um 11.55 Uhr und einmal um 17.50 Uhr.

Der Glockenspender war Ewald Dobler, AZ-Verleger und auch Inhaber des M&H Schaper Verlags. 1998 wurde Schaper 100 Jahre alt. Das Firmenjubiläum war der Anlass der Spende.

„Das war so“, erinnert sich Dobler heute. „Weil uns die Stadt bei der Suche nach Räumlichkeiten für den M&H Schaper-Verlag, ursprünglich angesiedelt in Hannover, sehr entgegenkam, wollten wir ihr aus Dank ein Geschenk machen. Alfeld hatte zuvor eine schöne Innenstadt mit Fußgängerzone bekommen und wir, meine Familie und ich, fragten uns, was da noch fehlte.“ Überall, so Dobler, sei es nun Einbeck oder Hildesheim, habe es schon so ein Glockenspiel gegeben. Nur eben in Alfeld nicht. Der Stadt gefiel die Idee.

Am 12. September 1998 um 11 Uhr erlang das Glockenspiel zum ersten Mal und spielte zur Einweihung gleich neun Melodien hintereinander. Mit dabei waren der damalige Stadtdirektor Christof Toetzke, Bürgermeister Jürgen Lanclée und eine üppige Schar Neugierige.

Die 16 Glocken im Schellenbaum sind ein Fabrikat der Firma Korfhage aus Melle und werden über einen Computer im Inneren des Gebäudes gesteuert. Auch heute noch sei die westfälische Firma für die Instandhaltung zuständig, bekräftigt Stadtsprecher und Kulturamtschef Hans-Günther Scharf. „Wenn die Lieder nicht mehr ganz sauber rüberkommen, dann wird gestimmt“, so Scharf. Inzwischen ist die Anzahl der Melodien von ursprünglich 22 auf 24 geklettert. Hinzugekommen seien die Lieder „Traulich geführt“ und das „Alfeld-Lied“. Aus „nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen“ sei das Stück „Menuett G-Dur“ nicht mehr im Repertoire.

Wer sich im Standesamt Alfeld das Ja-Wort gibt, kann für 15 Euro für sich läuten lassen. Standesbeamtin Andrea Beyes nimmt den Wunsch entgegen. Gespielt wird „Traulich geführt“. Das, sagt Scharf, „ist ganz sicher das beliebteste Lied von allen“.

Liedaufstellung für das Glockenspiel

▶ Montag 11.55 Uhr Ich bin nur ein armer Wandergesell 17.50 Uhr Der Mond ist aufgegangen
▶ Dienstag 11.55 Uhr Vogelfänger 17.50 Uhr Papagenos Glockenspiel
▶ Mittwoch 11.55 Uhr: Sah ein Knab ein Röslein steh’n 17.50 Uhr: Üb immer Treu  und Redlichkeit
▶ Donnerstag 11.55 Uhr: Trompetenmusik 17.50 Uhr: Gaudeamus igitur

▶ Freitag 11.55 Uhr: Larghetto 17.50 Uhr: Freude, schöner Götterfunke
▶ Sonnabend  11.55 Uhr: Kleine Tänze 17.50 Uhr: Kleine Nachtmusik
▶ Sonntag 11.55 Uhr: Nun danket alle Gott 17.50 Uhr: Flötenuhrstück

Veröffentlichung in der Alfelder Zeitung vom 25.03.2020

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Veröffentlichung online am 24.03.2020 um 18:33:19 Uhr

So war das mit dem Glockenspiel

Von Joscha Röhrkasse

Alfeld. Manchmal wird das, was immer da und völlig gewöhnlich ist, plötzlich Gesprächsthema. So erging es jüngst dem Alfelder Glockenspiel: In einer Alfelder Facebook-Gruppe rätselten Nutzer, welche Geschichte hinter dem Glockenspiel über dem Bürgeramt-Eingang am Markt steckt, wer es gespendet hat und was das Standesamt damit zu tun hat. Es hat jedenfalls mit der AZ zu tun – darum bringen wir einmal Licht in die Sache.

Die 16 Bronzeglocken läuten an jener Hausecke seit 1998 – täglich einmal um 11.55 Uhr und einmal um 17.50 Uhr.

Der Glockenspender war Ewald Dobler, AZ-Verleger und auch Inhaber des M&H Schaper Verlags. 1998 wurde Schaper 100 Jahre alt. Das Firmenjubiläum war der Anlass der Spende.

„Das war so“, erinnert sich Dobler heute. „Weil uns die Stadt bei der Suche nach Räumlichkeiten für den M&H Schaper-Verlag, ursprünglich angesiedelt in Hannover, sehr entgegenkam, wollten wir ihr aus Dank ein Geschenk machen. Alfeld hatte zuvor eine schöne Innenstadt mit Fußgängerzone bekommen und wir, meine Familie und ich, fragten uns, was da noch fehlte.“ Überall, so Dobler, sei es nun Einbeck oder Hildesheim, habe es schon so ein Glockenspiel gegeben. Nur eben in Alfeld nicht. Der Stadt gefiel die Idee.

Am 12. September 1998 um 11 Uhr erlang das Glockenspiel zum ersten Mal und spielte zur Einweihung gleich neun Melodien hintereinander. Mit dabei waren der damalige Stadtdirektor Christof Toetzke, Bürgermeister Jürgen Lanclée und eine üppige Schar Neugierige.

Die 16 Glocken im Schellenbaum sind ein Fabrikat der Firma Korfhage aus Melle und werden über einen Computer im Inneren des Gebäudes gesteuert. Auch heute noch sei die westfälische Firma für die Instandhaltung zuständig, bekräftigt Stadtsprecher und Kulturamtschef Hans-Günther Scharf. „Wenn die Lieder nicht mehr ganz sauber rüberkommen, dann wird gestimmt“, so Scharf. Inzwischen ist die Anzahl der Melodien von ursprünglich 22 auf 24 geklettert. Hinzugekommen seien die Lieder „Traulich geführt“ und das „Alfeld-Lied“. Aus „nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen“ sei das Stück „Menuett G-Dur“ nicht mehr im Repertoire.

Wer sich im Standesamt Alfeld das Ja-Wort gibt, kann für 15 Euro für sich läuten lassen. Standesbeamtin Andrea Beyes nimmt den Wunsch entgegen. Gespielt wird „Traulich geführt“. Das, sagt Scharf, „ist ganz sicher das beliebteste Lied von allen“.

Liedaufstellung für das Glockenspiel

▶ Montag 11.55 Uhr Ich bin nur ein armer Wandergesell 17.50 Uhr Der Mond ist aufgegangen
▶ Dienstag 11.55 Uhr Vogelfänger 17.50 Uhr Papagenos Glockenspiel
▶ Mittwoch 11.55 Uhr: Sah ein Knab ein Röslein steh’n 17.50 Uhr: Üb immer Treu  und Redlichkeit
▶ Donnerstag 11.55 Uhr: Trompetenmusik 17.50 Uhr: Gaudeamus igitur

▶ Freitag 11.55 Uhr: Larghetto 17.50 Uhr: Freude, schöner Götterfunke
▶ Sonnabend  11.55 Uhr: Kleine Tänze 17.50 Uhr: Kleine Nachtmusik
▶ Sonntag 11.55 Uhr: Nun danket alle Gott 17.50 Uhr: Flötenuhrstück

Veröffentlichung in der Alfelder Zeitung vom 25.03.2020

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